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Alt 09.06.2002, 13:33   #1
syracus
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Staunen Begleitthread zur "Kernschmelze am Zuckerhut"

Kernschmelze am Zuckerhut
Begleitthread zum nächsten Crunsh der Weltfinanz

Zur Eröffnung eine Teilübersicht zur Situation:

Brazilian bonds and currency slumped to seven-month lows this week. Yesterday, a disappointing government debt auction saw benchmark 10-year yields surge to 17.22%. Yields began the week at 14.54%, and ended April at about 13%. Nervous markets are especially rattled by comments from the leading opposition presidential candidate suggesting the possibility of future debt default. (Reuters, 6/6/2002)

Staatsanleihen:



Erinnerungen an August 2001 werden wach, damals zogen die Zinsen für argentinische Anleihen stark an und der damals noch $-gebundene Peso verursachte erste Kopfschmerzen...

Währung:




Börse, Boavespa-Index:


12000 ist die Schlüsselmarke, darunter lauert ein schwarzes Loch. Aktuell mögliche verlassene Bearflag die am Donnerstag nach unten aufgelöst wurde, Freitags dann ein bescheidener Pullback. Big-Trend is down...

The big picture:


, mehr gibt es da eigentlich nicht zu bemerken. Schönes Doppeltop als Zusatz...


Thread wird weitergeführt bis der Titel eingetroffen ist, „Kernschmelze am Zuckerhut“. More to come......

SYr:

Geändert von syracus (04.08.2002 um 15:48 Uhr).
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Alt 09.06.2002, 15:03   #2
Ralph
.... be ahead of the crowd
 
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Syracus,

wenn es im Herbst zu einem Regierungswechsel kommen sollte (dann wären evtl. Sozialisten am Ruder), könnte der "Default" durchaus eintreten! ......... Brasilien tut in meinen Augen zu wenig, zur Reduzierung der massiven Staatsverschuldung.

Mittlerweile kommt es einem vor, als wenn man alle 3-4 Jahre eine Krise in den Emerging Markets hat!

Beobachten!
__________________
"Überschussbeteiligung"-Teilhabe von lebenslang Verunsicherten am Misserfolg ihrer Assekuranz.
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Alt 09.06.2002, 16:24   #3
germanasti
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Gibt es einen direkten Grund für den Gau letzter Woche?
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Alt 09.06.2002, 16:42   #4
syracus
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Nun, offenbar liegt der "unpassende" Kandidat weit in Führung nach neusten Umfragen, das von Ralph angesprochene Problem. Und dann hat halt ein Dominostein den anderen mitgenommen, die Ausgabe der Staatspapiere war nur misslungene Höhepunkt.

WORLD STOCK MARKETS: Election worries dog Brazil

www.FT.com site; Jun 07, 2002

Sao Paulo slid further into negative territory in early afternoon trading amid renewed worries leftist frontrunner Luiz Inacio Lula da Silva could win October's presidential election.
The Bovespa lost 3.1 per cent to 12,203.4, with strong pressure on bellwether stock Telemar which fell 3.1 per cent, and Eletropaulo which slid 11.7 per cent after Moody's Investors Service placed it under review for a possible downgrade.
Traders said the market was nervous that Lula, the candidate for the Workers Party, would turn his commanding lead in opinion polls into a victory in October. Although he has moved somewhat toward the centre, his talk of debt renegotiation in three previous bids for the presidency still haunts Wall Street investors.

Headlines of leading Brazil dailies Friday:

O Estado de S. Paulo (São Paulo) - "Foreign overreaction fuels market jitters"

Folha de S.Paulo (São Paulo) - "Central Bank move fails to soothe market"

Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Investor withdraws from funds, migrates to savings accounts"

Valor Econômico (São Paulo) - "Central Bank builds up anti-crisis arsenal"

O Globo (Rio de Janeiro) - "IMF praises Brazilian economy, but sovereign risk rises"

Jornal do Brasil (Rio de Janeiro) - "Chamber of Deputies to probe atypical run on investment funds"


sYr
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Alt 09.06.2002, 18:41   #5
pheidros
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Hi syracus,

der politisch unliebsame Kandidat mag der Auslöser, jedoch nicht die Ursache sein. Erhardt hat auf die kritische Situation in Brasilien häufiger hingewiesen, jedoch nie so drastisch wie aktuell. Ich denke, du wirst den thread bald erweitern können um einige asiatische emerging markets, vielleicht China ? , möglicherweise demnächst Japan. Der gesunkene Ölpreis wird sicher die Staatseinnahmen belasten. Petrobas, überwiegend im Staatsbesitz bestreitet einen erheblichen Teil der Einnahmen des Landes. Hier ein älterer Artikel, der Problematik erkennen lässt, wenn auch nicht in der jetztigen Dramatik:


Handelsblatt Topix > Handelsblatt Zeitung Finanzzeitung



HANDELSBLATT, Freitag, 24. Mai 2002


Investmentbanken rechnen im Wahlkampf mit stark volatilen Märkten


Brasiliens Geldpolitik bleibt auf hartem Kurs


Erneut haben die brasilianischen Finanzpolitiker der Versuchung widerstanden, nach dem Börsencrash die Leitzinsen zu senken. Sie halten weiterhin an ihren Inflationszielen fest. Zentralbankchef Armínio Fraga hält es allerdings für möglich, dass sich die geldpolitische Richtung ändern werde.


ALEXANDER BUSCH
HANDELSBLATT, 24.5.2002

SAO PAULO. Nach dem Börsencrash vor zwei Wochen ist es den brasilianischen Finanzpolitikern in Regierung und Zentralbank gelungen, die Märkte zu beruhigen. Bei der Sitzung des monetären Rates haben sie die Leitzinsen wie schon in den vergangenen zwei Monaten bei 18,5 % stehen lassen. Die Börse zeigte sich danach zwar etwas schwächer, doch die Investmentbanken – etwa die Dresdner Bank Lateinamerika – sehen es als positives Signal für die Märkte, dass an den Inflationszielen festgehalten wird. Vor der Entscheidung hatte der Zentralbankpräsident Armínio Fraga noch geäußert, wegen der abgeschwächten Preissteigerungstendenz könnten bald Zinssenkungen möglich sein.

Politische Ereignisse im brasilianischen Wahlkampf hatten den Börsencrash ausgelöst: Weil der von den Banken und großen Teilen der Wirtschaft bevorzugte Kandidat der Regierung gegenüber dem linken Oppositionskandidaten Umfragen zufolge verlor, reduzierten Investmentbanken wie Merrill Lynch, Morgan Stanley, ABN Amro und Santander ihre Investitionsempfehlungen für brasilianische Aktien und Anleihen.

Doch die Nervosität in Brasilien ist nicht nur politisch bedingt: Der „Lula-Effekt“ – benannt nach dem linken Oppositionskandidaten – hat nur so starke Auswirkungen, weil Brasiliens Makrofundamente instabil sind: Die Inflationsrate ist mit 8 % in den letzten 12 Monaten höher als erwartet. Bis zum Jahresende darf sie maximal 5,5 % betragen. Deshalb hält die Zentralbank die Zinsen hoch und die Konjunktur springt im besten Falle erst im letzten Quartal an. Das Wachstum revidieren die Banken bereits von ursprünglich 2,5 % auf 1,8 %. „Das niedrigere Wachstum, der schwache Real und die steigenden Zinsen haben Brasiliens Schuldendynamik wieder ins Zentrum der Analystenbeobachtungen gerückt“, sagt Paulo Leme von Goldman Sachs. Bei einer Verschuldung von etwa 55 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) hängen die Risikoeinschätzungen hauptsächlich davon ab, ob die Experten davon überzeugt sind, dass auch die künftige Regierung die hohe Haushaltsdisziplin Cardosos einhalten wird. Denn nur wenn der öffentliche Haushalt ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen deutlich positiv ist (derzeit 3,5 %/BIP), stabilisiert sich die hohe Auslandschuld Brasiliens. Bisher äußern sich alle Kandidaten dazu sehr widersprüchlich.

Mit den klaren Vorgaben des monetären Rates hat sich die Lage in Brasilien deshalb nicht grundlegend verbessert: „Die Grenze zwischen der optimistischen und der pessimistischen Einstellung der Investoren ist derzeit hauchdünn“, sagt Luis Otávio Leal von der Schweizer Privatbank Pictet Modal in Rio de Janeiro. Alle Investmentbanken rechnen damit, dass bis zum Wahltermin Ende Oktober die politischen Ereignisse für ein permanentes Auf und Ab der Kurse der brasilianischen Finanzaktiva sorgen werden. Paulo Leme von Goldman Sachs, gibt dem Regierungskandidat weiterhin gute Chancen, nächster Präsident zu werden. Er warnt jedoch vor den „harten und schmutzigen Wahlkampfmonaten, in denen die Volatilität hoch sein wird“. Eine positive Entwicklung an der Börse Brasiliens hält Leme frühestens nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft für möglich, denn dann wird der Regierungskandidat seine offizielle Wahlkampagne starten. Gelingt es ihm dann, in den Umfragen zuzulegen und ein überzeugendes Wirtschaftsteam zu präsentieren, würden die Kurse von Anleihen und Aktien stark steigen, meint Leme.

Bei der brasilianischen Investmentbank Fator-Doria Atherino ist man sich sicher, dass der Erfolgschancen des Regierungskandidaten zunehmen, je länger die brasilianische Nationalmannschaft im Spiel um den Titel dabei bleibt, weil dies die Pause zwischen den beiden Wahlkampfphasen verlängere, in der der Regierungskandidat die politische Mitte um sich sammeln könnte.



Gruß

pheidros
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Alt 11.06.2002, 09:54   #6
pheidros
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Staunen Heißer Herbst

Wenn Brasilien kollabiert, gibt´s für die US-Wirtschaft und die amerikanischen Indizes den nächsten heftigen downmove.

Gruß

pheidros

Aus der FTD vom 31.5.2002 www.ftd.de/argentinien

Weltbank warnt vor Ausbreitung der Argentinienkrise
Von Ina Bauer, Frankfurt

Nach der Zahlungsunfähigkeit Argentiniens im Dezember 2001 hat die Weltbank als erste staatliche Organisation vor einer Ausbreitung der Finanzkrise des Landes auf die übrigen lateinamerikanischen Staaten gewarnt.
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Alt 11.06.2002, 21:55   #7
pheidros
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Posting Lula

HANDELSBLATT, Dienstag, 11. Juni 2002


Schwellenbörsen in Südamerika zeitweise unter Druck – Währungen von Tiefständen wieder erholt


"Lula-Effekt“ beunruhigt Latino-Märkte


ANNE GRUETTNER


Lateinamerikas Märkte sind erneut einer harten Prüfung unterzogen worden; sowohl Anleihen als auch Währungen gerieten in der vergangenen Woche unter Druck. Der Wahlkampf in Brasilien im Oktober wirft bereits seine Schatten voraus. Hinzu kommen schleppende Verhandlungen mit dem IWF.


HANDELSBLATT, 11.6.2002
BUENOS AIRES. Zum altbekannten Tango-Effekt gesellte sich in Lateinamerika in der vergangenen Woche der „Lula-Effekt“. Die Aussicht, dass bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober Luiz Inacio Lula da Silva, der Kandidat der Arbeiterpartei, gewinnt und die derzeitige Sparpolitik umwirft, ließ den brasilianischen Real ebenso wie die Staatsanleihen des südamerikanischen Giganten auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten fallen.

Auch andere Emerging Markets, die Börsen der Schwellenländer, bekamen die Nervosität der Anleger zu spüren. Der von JP Morgan gemessene Emerging Markets Bond Index (EMBI+), der den Zinsaufschlag auf Emerging-Markets-Anleihen gegenüber US-Schatzpapieren misst, stieg am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 702. Der Real brach um 2,7 % auf 2,68 Real je Dollar ein, erholte sich aber bis gestern Nachmittag wieder auf 2,637. Der EMBI+ Brasilien war am Donnerstag um 79 Basispunkte auf 11,99 % gestiegen.

Neben Brasilien litten die Anleihemärkte in Venezuela und Ecuador am stärksten. Zusätzlich wurde dort die Stimmung durch sinkende Ölpreise, das vergebliche Warten auf ein IWF-Abkommen in Ecuador und durch die schlechte haushaltspolitische Lage in Venezuela getrübt. Selbst bei relativ stabilen Schuldnern wie Mexiko, Panama, Peru und Kolumbien sorgte der „Lula-Effekt“ für eine Erhöhung der Spreads zwischen 12 und 20 Basispunkten. Gegen diesen Trend konnten auch Fortschritte bei der Privatisierung in Peru und die Ernennung als marktfreundlich geltender Kabinettsmitglieder in Kolumbien nichts ausrichten.

Am Freitag beruhigten sich die Märkte dann leicht. Der EMBI+ sank erstmals in der Woche um neun Basispunkte auf 696. Technische Korrekturen führten zu sinkenden Zinsaufschlägen in Brasilien um 19 Basispunkte auf 1 182. Dieser Trend könnte sich nach Meinung von UBS-Warburg fortsetzen, wenn sich die Gerüchte über deutliche Verluste für Lula in neuen Meinungsumfragen bewahrheiten. Die Veröffentlichung der Umfragen wird in Kürze erwartet.

Auch Kommentare von Zentralbankchef Arminio Fraga über die insgesamt stabilen Marktbedingungen haben Marktkreisen zufolge zu der Beruhigung beigetragen. In Venezuela kam es zu einer deutlichen Verbesserung des Bond-Index und auch in Kolumbien, Mexiko und Panama sanken die Spreads leicht. Nur Ecuadors Anleihen setzten ihren negativen Trend fort. Dresdner Bank Analyst Thorsten Rülle warnt, dass ohne ein baldige Abkommen mit dem IWF ein erneuter Zahlungsausfall in der zweiten Jahreshälfte 2003 nicht auszuschließen ist.

In Mexiko setzte der Peso seine seit April zunehmenden Verluste gegenüber dem Dollar fort und landete am Donnerstag auf einem 16-Monats-Tief von 9,77 Pesos zum Dollar. Doch schon am Freitag stieg der Peso wieder leicht an. Gestützt wurde er durch neue Inflationszahlen für Mai, die geringer als erwartet ausfielen. Auf Grund des geringen Effekts der Währungsabwertung auf die Preise sei zu erwarten, dass die Zentralbank das gesetzte Jahresziel von 4,5 % Inflation erreichen kann, meinen die Analysten von UBS-Warburg. Damit wäre eine für die Konjunkturentwicklung negative Zinserhöhung nicht nötig. In dieser Woche werden die Ergebnisse der Handelsbilanz sowie Schätzungen für die Industrieproduktion im April Aufschluss über das Konjunkturtempo geben.

In Argentinien setzt der Peso dagegen seinen langsamen Fall gegenüber dem Dollar stetig fort und schloss Freitag auf 3,64. Ursache ist die Flucht der Argentinier in den Dollar. Ausgelöst wurde diese Flucht durch die Angst vor einer Hyperinflation angesichts kräftiger Peso-Emissionen der finanzschwachen und konzeptlosen Regierung, durch schleppende IWF-Verhandlungen und Pläne zur Freigabe der eingefrorenen Bankkonten. Hinzu kamen Spekulationen, dass die Zentralbank den Peso nicht weiter stützen werde.
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Alt 11.06.2002, 22:21   #8
syracus
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Tuesday, June 11, 2002 - 07.11 am/10.11 GMT
Read the headlines of leading Brazil dailies Tue

O Estado de S. Paulo (São Paulo) - "Central Bank sells shorter-term bonds, pleases market"

Jornal da Tarde (São Paulo) - "São Paulo Mayor Marta Suplicy wants to revoke 4,200 cab licenses"

Folha de S.Paulo (São Paulo) - "São Paulo attorney´s office to probe mistake in FGTS unemployment insurance accounts"

Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Brazil only able to raise dollars through receivables"

Valor Econômico (São Paulo) - "Malan suggests appointment of new central bank director by new administration in October"

Jornal do Brasil (Rio de Janeiro) - "Presidential candidate evokes ghost of crisis"

http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/11/6.htm

sYr :
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Alt 13.06.2002, 20:10   #9
syracus
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Brasilien kämpft, Argentinien bricht erneut ein.

- Der Bovespa ist unter die wichtigen 12000 gerutscht.

- Der Real dagegen konnte nach einer Aktion von IMF und Regierung heute deutlich zulegen, in der Spitze knapp über 5%.

- Der sozialistische Präsidentschaftskandidat hat nach neusten Umfragen marginal verloren gegenüber den Mitbewerbern, liegt aber mit an die 40% immer noch klar in Führung. Heute kündigte er zudem an den Notenbankchef bei einem Wahlgewinn abzulösen.


Zwei bestimmende Meldungen, eine von gestern, eine von heute:

Interest rate futures hit maximum permitted yields

São Paulo, 12 - "The market lost its floor" was the best definition that one analyst could come up with for the behavior of interest rate futures on Wednesday. The cause was an accumulation of negative factors over the past few weeks, which boil down to political risk fears and the Central Bank´s much-criticized recent monetary policy.
On the Brazilian Mercantile and Futures Exchange (BM&F) the Oct 1, Jan 1 and Apr 1 maturities hit the maximum variation allowed in a day by the institution. Around 90% of traded volume was concentrated in these contracts.

"The debt crisis forecasted for 2003 with the arrival of a new administration is being anticipated by the present government," said one experienced analyst. Rumors were rife that the government would have to borrow money from the IMF to sell on the forex market.

"However, you can´t take today´s closing figures as an indication of anything, they merely reflect a tumultuous day" said one trader.

At the BM&F Jan 1 2003 (the most liquid contract) closed at 22.34% compared with 20.45% on Tuesday. Jly 1 closed at 20.00% from 18.30%, Oct 1 at 21.28% from 19.35% and Apr 1 2003 at 23.98% from 21.75%.

http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/12/90.htm
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Brazil govt calms FX market with IMF funds, buyback

Brasília, 13 - Brazil´s government Thursday announced a series of steps designed to calm a turbulent foreign exchange market, including fresh IMF funds and a foreign debt buyback operation.

Finance Minister Pedro Malan announced that Brazil will withdraw $10 billion as part of an existing International Monetary Fund deal. In addition, the government announced it will buy back up to $3 billion in overseas debts due in 2003 and 2004.

The steps were announced in the midst of a foreign exchange crisis which saw the Brazilian real sink from R$ 2.500 per dollar in May to as low as R$ 2.795 Wednesday. Market analysts said the currency lost value because of political worries ahead of October elections and concerns over internal and overseas debt payments.

Malan said, "The nation´s economic fundamentals do not warrant such anxiety. However, such anxiety is, to a certain extent, understandable in an election year. Therefore, the government has decided to act in order to guarantee an orderly market."

Malan also announced that the government has officially hiked its goal for the 2002 primary budget surplus to 3.75% of gross domestic product from the previous 3.5%. The government will extend the 3.75% goal through 2003.

In yet another measure designed to give the government greater flexibility in the foreign exchange market, Malan announced a new floor for foreign reserves of $15 billion, down from the previous $20 billion. In fact, foreign reserves have hovered around $32 billion and will now be reinforced by the IMF funds.

Brazilian Central Bank President Armínio Fraga said the government will continue to offer the financial market ways to swap long-term government debt for shorter term debt. Many investors have spurned paper coming due after Jan 1, 2003, when a new government takes office.

Fraga added that the government may also use its increased foreign exchange breathing space for direct intervention in the currency market.

However, Fraga added that recent turmoil in the bond market may have been "exaggerated." He said, "In recent days, the crisis in mutual funds has eased. Withdrawals have slowed and the funds are in the black."

http://www.aebrazil.com/highlights/2002/jun/13/48.htm
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Wirtschaftlich steht Brasilien ja eigentlich nicht schlecht da, nach der jetzigen Regierung. Fraglich nur welchen Wert diese Prognosen im Falle eines Regierungswechsels haben werden mit einem neuen Notenbankchef und einem Kandidaten der sich schon jetzt gegen den IMF stellt. Vertrauensbildend ist das nicht. Für den amtierenden Präsidenten stellt sich die Situation etwa gleich dar wie für Schröder in Deutschland: morgen Wahlen und es wechselt an der Spitze. Aber auch in Brasilien dauert das noch bis zum Herbst.

Unabhängig von all dem bekommt der Bovespa-Index in Kürze Probleme wenn die "Leitsterne" in den USA weiter schwächlich bleiben.



syr:

Geändert von syracus (13.06.2002 um 22:32 Uhr).
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Alt 15.06.2002, 21:39   #10
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Brazil's economy

The 685 billion reais question

Jun 13th 2002 | SAO PAULO
From The Economist print edition


Will Brazil be forced to default if the opposition win October's presidential poll

GEORGE SOROS, a famous investor and currency speculator, offers Brazilians a stark choice in October's presidential election: vote for Jose Serra, the candidate of President Fernando Henrique Cardoso's centrist coalition, or expect an Argentine-style crash in which Brazil would be forced to default on its 685 billion reais ($245 billion) of public debt. Last weekend, Mr Soros told Folha, a Sao Paulo newspaper, that the election of Luiz Inacio Lula da Silva of the left-wing Workers' Party, who heads opinion polls, would make investors so fearful of a possible default that they would stop financing Brazil, fulfilling their own prophecy. Only a victory for Mr Serra would banish such fears, he said.

In the past two months, such worries have caused the real to plunge, while the “spreads” on Brazil's debt (the premium investors demand to compensate for risk) have soared (see chart). New polls this week showed Mr Serra consolidating his second place, increasing the chance that the election will end in a run-off ballot between him and Mr da Silva. Nevertheless, the market panic quickened: on June 12th, Brazil's risk premium reached 12.96%, its highest level since 1999.






Mr Serra and Mr Cardoso have themselves been telling voters that Brazil could face Argentina's fate “if an incompetent president were elected”. Though Mr da Silva now pledges to honour all financial obligations, he has only recently come out emphatically against any sort of default. He and his advisers continue to give contradictory signals over how resolutely they would pursue sound finances and low inflation, prompting investors to wonder if a Lula government could pay its bills, even if it wanted to. Two soft-left presidential contenders also provoke doubts: Ciro Gomes with talk of a “voluntary” debt restructuring and Anthony Garotinho with extravagant spending promises.

The opposition candidates retort that the government is engaged in “economic terrorism”, fomenting panic to cling to power. They also blame the market turmoil on a recent, unexpected, decision by the Central Bank to require investment funds to revalue their portfolios each day according to their market worth.

But there seems little doubt that behind the panic lie electoral uncertainty and the dark cloud of Brazil's public debt. Since Mr Cardoso took office in January 1995, the public debt has risen from 30% to 55% of GDP, even though the government raked in almost $100 billion from privatisations. Mr Cardoso incurred debts trying to prop up the real, until its devaluation in 1999. But the debt is also partly due to his recognising enormous hidden liabilities left by his predecessors, so-called “skeletons” which have so far added ten percentage points to the debt ratio. Another large chunk was incurred by free-spending states and cities, some opposition-run.

Even if the pre-election turbulence worsens, Brazil should be able to continue paying its bills at least until the new government takes over next January, says Marcelo Carvalho, an economist at Bank of America. About 100 billion reais of debt is due for repayment by the end of the year, but Brazil's Treasury already has half that much in cash at hand. And if other sources of finance dry up, Brazil could turn to the IMF: it has not yet drawn down $10 billion from a loan agreed last year.



If a public debt of just over half of GDP proved unbearable for Argentina, will it also be for Brazil?


The real worry is what happens to economic policy under the next government, which will face a heavy burden of debt expiring in its first few months. If a public debt of just over half of GDP proved unbearable for Argentina, will it also be for Brazil? There are several reasons to hope not. Argentina's debt was almost all in dollars, so default was a concomitant of the collapse of its currency's peg to the greenback. But only a quarter of Brazil's debt is dollar-linked. And while Argentina borrowed mostly from fickle foreign investors, about three-quarters of Brazilian debt is held by more pliable domestic institutions. However, credit-rating agencies do worry that Brazil's foreign debt is high compared with its export earnings.

Edward Amadeo, a former senior finance official, reckons Brazil's debt burden would remain manageable under four conditions: that the next government maintains the current fiscal surplus (before interest payments) of 3.5% of GDP; that the economy grows at least 3.5% annually; that the real steadies; and that real interest rates do not rise above their current 9%.

Were investors to lack confidence in the new government, they could send the real plunging and interest rates soaring, making the situation unmanageable. But even if default is avoided, the next government will continue to be hobbled by high debt-interest payments (9% of GDP this year). And the state's demand for credit keeps interest rates high, stifling the private sector. The only way to get investors to lend at lower rates is to continue the long slog towards modernising the economy while maintaining a tight grip on the public finances and controlling inflation. If Mr da Silva did win, and if investors gave him a chance, he would have little alternative but to set out on this long, hard road.
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Alt 20.06.2002, 23:17   #11
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HANDELSBLATT, Mittwoch, 19. Juni 2002


Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südamerika ist immer schwieriger zu beherrschen


Brasilien droht das Schicksal Argentiniens


Argentinien hofft wegen der angespannten Lage in Brasilien auf leichteren Zugang zur IWF-Hilfe. Doch die Investoren sind sich einig, dass die jüngste Krise in Brasilien hausgemacht ist. Wegen des politischen Risikos werden die Märkte bis zu den brasilianischen Präsidentenwahlen im Oktober nervös bleiben.


ALEXANDER BUSCH, ANETTE GRÜTTNER
HANDELSBLATT, 19.6.2002

SAO PAULO/BUENOS AIRES. Die Argentinier hatten sich schon damit abgefunden, dass der Rest der Welt sich für ihre verzweifelte Wirtschaftslage kaum mehr interessiert. Denn der zunächst befürchtete Flächenbrand in der gesamten Region blieb bisher aus. Allenfalls im kleinen Nachbarland Uruguay hinterließen Abwertung und Zahlungseinstelllung ihre Spuren. Inzwischen haben sich Analysten und die in Emerging-Markets engagierten Investoren daran gewöhnt, im „Emerging Markets Bond Index“, der die Risikoaufschläge der Schuldtitel aufstrebender Volkswirtschaften auflistet, das zahlungsunfähige Argentinien mit seinen exorbitanten Risikoaufschlägen von knapp 6000 Punkten über Libor einfach zu ignorieren.

Doch nun hat sich das geändert: Innerhalb von knapp zwei Monaten haben sich beim benachbarten Giganten Brasilien die Risikoaufschläge von rund 700 auf 1300 Punkte fast verdoppelt. Argentinien frohlockt, denn nun ist es endlich nicht mehr allein mit seiner Krise. „Südamerika könnte sich in eine sehr feindselige und unvorhersehbare Region entwickeln, wenn die argentinische Krise sich ausbreitet“, prophezeit das Wirtschaftsblatt „El Cronista“ düster. Hintergrund für die Schwarzmalerei: Argentinien hofft, mit der sich von Buenos Aires ausbreitenden Krise in Südamerika schneller an einen Hilfskredit des IWF zu kommen.

Investmentbanken sind sich allerdings einig, dass der starke Druck auf brasilianische Vermögenswerte in den letzten Wochen kaum von der argentinischen Krise ausgelöst wurde. „Zum großen Teil ist die jüngste negative Stimmung gegenüber Brasilien ein hausgemachtes Phänomen“, meint Arturo Porzecanski, Spezialist von ABN-Amro.

Auslöser für die plötzliche Panik in Brasilien ist, dass die lokalen Investoren zuletzt nicht mehr die Anleihen des brasilianischen Staates annehmen wollten und lieber Dollars kauften. Dieses Misstrauen der brasilianischen Investoren ließ auch bei ausländischen Investoren die Alarmglocken läuten: Vor allem allgemeine Emerging Market Fonds verkauften sofort die liquiden brasilianischen C-Bonds – was zu einem rasanten Anstieg des Risikoaufschlages führte.

Hintergrund für das Misstrauen ist die hohe Verschuldung Brasiliens im In- und Ausland. Derzeit hat die Regierung kein Problem, diese Verschuldung zu kontrollieren, weil das effizient arbeitende und eingespielte Team aus Finanzminister, Zentralbankchef und Präsident einen deutlichen Überschuss im Haushalt politisch und wirtschaftlich durchsetzen kann. Doch mit den näher rückenden Präsidentschaftswahlen in vier Monaten wird immer unsicherer, ob das so bleiben wird. Der Mangel an klaren Bekenntnissen der Kandidaten zur Fortsetzung der Sparpolitik sorgt für steigende Nervosität.

Damit erinnert die Situation Brasiliens in mancher Hinsicht an die Lage Argentiniens vor rund einem Jahr: Im März 2001, nur wenige Monate, nachdem der IWF ein Kreditpaket über 40 Mrd. $ für Argentinien geschnürt hatte, traten zwei Wirtschaftsminister zurück, weil sie notwendige Sparmaßnahmen nicht durchsetzen konnten. Innerhalb weniger Monate verlor Argentinien den Großteil seiner Devisenreserven. Die Gemeinsamkeiten gehen noch weiter: Die argentinische Staatsschuld lag bis Ende 2001 unter 50 % des BIP, in Brasilien beträgt dieses Verhältnis jetzt 55 % – und das, obwohl Brasilien weniger exportierte als Argentinien und eine schwächere Leistungsbilanz aufweist.

Auch hat die brasilianische Wirtschaftsequipe mit dem flexiblen Wechselkurs bessere Schutzmechanismen bei ausbleibenden Kapitalströmen, als die argentinischen Behörden ihn wegen des dollargebunden Pesos je hatten. Trotz der seit rund einem Jahr angespannten Finanzsituation für Emerging-Markets wächst Brasilien dieses Jahr um rund 2 %, und die Inflation bleibt unter Kontrolle. Außerdem fließen weiterhin Direktinvestitionen ins Amazonasland (Prognose: 18 Mrd. $ in diesem Jahr) – was mehr über das langfristige Vertrauen von Investoren aussagt als die nervösen Ausschläge der Spreads.

Doch über die künftige Stabilität entscheiden Brasiliens Wähler. So lange der aussichtsreichste Kandidat Luís Inácio da Silva kein klares Bekenntnis zur Kontinuität der Sparmaßnahmen setzt, so lange wird auf den Märkten das Risiko Brasiliens zunehmen. Und damit droht bei der Binnenschuld Brasiliens über steigende Zinsen und schwachen Real die Gefahr eines Moratoriums.

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pheidros
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Alt 20.06.2002, 23:21   #12
pheidros
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Lustige Argumentation: Wenn man seine Verluste beobachtet, wie die Deutsche Bank, hat man kein - oder so :

nw FRANKFURT/M. Ein drohender Wertverfall brasilianischer Anleihen und der Landeswährung Real können zu Verlusten bei europäischen Banken führen. Besonders hoch seien die Engagements des spanischen Santander Central Hispano (SCH) und der niederländischen Bank ABN Amro. Deutsche Banken müssten keine nennenswerten Verluste befürchten. Dieses Fazit ziehen die Analysten von Sal. Oppenheim nach einer Untersuchung der Brasilien-Engagements europäischer Banken.

Der brasilianische Real und die Kurse von Anleihen seien in diesem Jahr bereits um 20 % gefallen. In Hinblick auf die Wahlen im Oktober, bei denen ein Sieg des ehemaligen Gewerkschaftsführers Lula als möglich gilt, sind die Märkte nervös. Sollte der Real auf dem heutigen Niveau bleiben, müsste SCH einen Einbuße von 4 Cent pro Aktie verbuchen bei einem erwarteten Gewinn von 0,63 Euro pro Anteil, schreiben die Oppenheim-Analysten. Die Bank habe brasilianische Staatsanleihen im Nennwert von 8 Mrd. US-Dollar in den Büchern, bei denen Verluste drohen. ABN Amro habe Brasilien-Engagements von über 5,6 Mrd. Euro bei einem Eigenkapital von 12,5 Mrd. Euro. Da das Währungsrisiko gegenwärtig nicht abgesichert sei, gäbe es Risiken, so die Analysten. Das Engagement der Deutschen Bank wird auf 4,6 Mrd. Euro geschätzt. Ein nennenswerter Einfluss auf die Gewinnlage wird nicht erwartet, da die Bank das Engagement sehr genau beobachte. Auch die Dresdner Bank habe kein großes Risiko. Die Commerzbank habe lediglich einen 10 %-Anteil an der brasilianischen Unibanco, für den bereits Vorsorge getroffen sei.

Gruß

pheidros
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Alt 23.06.2002, 13:25   #13
syracus
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Wochenbilanz. Bovespaindex -11.1%, Real auf historischem Tief, Lula wieder deutlicher in Front und die USA als Totengräber Südamerikas:.

Zitat:

Brazilian real hits historic low on O´Neill remarks

São Paulo, 21 - The Brazilian real hit its lowest point ever Friday afternoon following remarks by U.S. Treasury Secretary Paulo O´Neill, who said the American government would oppose any additional aid to Brazil.

The real hit R$ 2.84 per dollar, down sharply from Thursday´s close of R$ 2.77.

It was the lowest point since creation of the real currency on Jul 1, 1994 as part of a broad economic stabilization program. The real hit its previous low on Sep 21, 2001 at R$ 2.835 per dollar.

Brazil is about to withdraw $10 billion in International Monetary Fund loans. Some Brazilian economists and former government officials have suggested Brazil could need more, given the current weakness of the real. However, the administration of President Fernando Henrique Cardoso has given no hint that it will seek additional IMF aid.

Nevertheless, O´Neill Friday said the U.S. government was dead set against any additional aid from multilateral agencies for Brazil.

Market analysts here said the main reason for the decline of the real was political scenarios. Brazilians go to the polls Oct 6 to choose a new president. Cardoso cannot run for a third term. Leftist Workers´ Party (PT) candidate Luiz Inácio Lula da Silva is currently leading all polls.
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Interest rate futures hit, close at circuit breaker

São Paulo, 21 - The interest rate futures market came under the same political, Fitch and O´Neill pressures as the forex and stock markets in Brazil on Friday.

On the Brazilian Mercantile and Futures Echange (BM&F), the Oct 1, Jan 1 and Apr 1 expiries hit and closed at the circuit breaker.

"Argentina is going through social chaos, with many of its problems being due to inadequate IMF assistance," responded an analyst to Treasury Secretary Paul O´Neill´s saying the U.S. would oppose additional IMF help to Brazil, as the country prepares to withdraw a $10 billion tranch from the fund.

This source added that the Bush administration is proving "less friendly" to Latin America, excluding Mexico which is part of Nafta .

Fears also remain on the interest rate futures market that if elected President Luiz Inácio Lula da Silva (Workers´ Party - PT) will not be willing or able to meet debt obligations.

At the BM&F the Jan 1 2003 contract (the most liquid) closed at 26.49% compared with 24.20% on Thursday.

Jul 1 closed at 18.70% from 18.65%, Oct 1 at 22.99% from 20.90%, and Apr 1 2003 at 30% from 27.50%.
-----------------------------

Read the headlines of leading Brazil dailies Fri

Folha de S.Paulo (São Paulo) - "Brazilian risk spread second highest in the world"

Gazeta Mercantil (São Paulo) - "Brazil bond spread widens; foreign markets get tough"

Valor Econômico (São Paulo) - "Market volatility picks up; government seeks backing from banks"

O Globo (Rio de Janeiro) - "Markets panic, risk premium shoots up and stock market plunges"

http://www.aebrazil.com



Die Währung:



sYr :
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Alt 23.06.2002, 17:35   #14
Jim Knopf
Augsburger Mottenkiste
 
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Beiträge: 177
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Ökonomen zweifeln an Erholung in Lateinamerika


Obwohl sich die Wirtschaftsdaten zahlreicher lateinamerikanischer Länder im April positiv entwickelt haben, bleiben die meisten Analysten skeptisch.


vwd NEW YORK. So hat zwar die Industrieproduktion in Mexiko, Brasilien, Chile und Peru zwar einen überraschenden Zuwachs ausgewiesen. Doch haben die Experten von UBS Warburg ihre Projektion für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2002 in Lateinamerika auf 0,7 % von 1,1 % zurückgenommen. "Die Region als Ganzes wächst kaum", sagt Lateinamerika-Experte Javier Kulesz und verweist auf das hohe Zinsniveau und die schwindenden Auslandsinvestitionen.

Überdies lasteten politische Risiken auf dem Raum, urteilt Kulesz. Insbesondere die Unsicherheit wegen der brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober und die Furcht vor einem Übergreifen der Argentinien-Krise auf die Nachbarländer böten wenig Anlass zur Hoffnung. Die Analysten vowPBear Stearns stimmen in den kritischen Kanon ein. Sie werden ihre Prognosen zum Ende des zweiten Quartals überprüfen und "wahrscheinlich nach unten revidieren", so die Ankündigung des Lateinamerika-Analysten Tim Kearney.

Ermutigende Signale aus Mexiko

Nach Ansicht der Ökonomen präsentiert sich die Region bei näherem Hinsehen aber durchaus heterogener als die Prognose für den gesamten Raum suggeriert. So gebe es durchaus Länder, aus denen ermutigende Signale wahrzunehmen seien. An der Spitze dieser Gruppe sehen viele Experten Mexiko. Die Industrieproduktion des Landes wies im April erstmals seit 15 Monaten einen Zuwachs auf und konnte mit einem Plus von acht Prozent auf Jahressicht die Konsensschätzungen von zwei Prozent weit hinter sich lassen. Experten erachten den Aufschwung als Folge der Erholung in den USA, denn 80 % der mexikanischen Exporte gehen in das nördliche Nachbarland.

Ökonomen erwarten das mexikanische Wachstum 2002 bei zwei Prozent, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 0,3 % ausgewiesen worden war. Auch die brasilianischen April-Daten sorgten für eine angenehme Überraschung an den Märkten. Das Plus der Industrieproduktion lag hier gegenüber dem Vorjahr bei sechs Prozent, während die Prognosen von einem Prozent ausgegangen waren. Doch angesichts der politischen Unsicherheiten und der Schuldenlast bleiben Zweifel, auch wenn die Prognosen gegenwärtig von einem Wachstum über 2,3 % ausgehen. Andere Länder mit guten Wachstumsraten, aber unklarer Perspektive sind Peru, Chile, Ecuador und Kolumbien.

Einigkeit herrscht darüber, wer die Verlierer der gegenwärtigen Entwicklung sind: Argentinien und Venezuela. Beiden Ländern fehle es an einer guten politischen Führung, urteilt ein Experte von Banc of America. Ohne eine gute Politik und mit einem Mangel an Kreditwürdigkeit sei ein Umschwung schwierig. Für die Wirtschaft des krisengeschüttelten Argentinien wird 2002 ein BIP-Rückgang um etwa zehn Prozent erwartet. In Venezuela sei ein Umschwung ebenfalls nicht in Sicht, so lange der gegenwärtige Präsident Hugo Chavez im Amt ist. Trotz der relativ festen Ölpreise erwarten Volkswirte, dass die Wirtschaft des Landes 2002 um 3,5 % schrumpfen wird.

HANDELSBLATT, Dienstag, 18. Juni 2002, 13:06 Uhr
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Alt 24.06.2002, 08:43   #15
Jim Knopf
Augsburger Mottenkiste
 
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Beiträge: 177
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Aus der FTD vom 24.6.2002

Das Kapital: Fed und EZB müssen Brasilien im Blick halten

Beim vierten Mal klappt’s? Der Markt hat allen Grund zu der Sorge, dass Luiz Inácio Lula da Silva im Oktober im vierten Anlauf Präsident von Brasilien wird.
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